Die Spielidee

Das Familienleben gleicht einer bunten Beziehungslandschaft, die sich aus Lebensfeldern zusammensetzt und immer wieder neue Formen annimmt. Auf diesen Lebensfeldern spielen sich der gesamte Alltag und alle nur denkbaren Festtage ab. Die SpielerInnen entwickeln mit variabel positionierbaren Lebensfeldern ihre persönliche Familienlandschaft. Sie legen auf diese Lebensfelder Personenkarten, die für Menschen stehen, die die Familie begleiten und beeinflussen. Sie bestücken die Lebensfelder mit Themenkarten, die all das symbolisieren, was die Familie beschäftigt. Indem die Eltern mit Personen- und Themenkarten spielen und ihr Erleben kommunizieren, nehmen sie ihre Gefühle bewusst wahr und erspüren ihre Bedürfnisse und Wünsche.

Für die meist knappen Ressourcen Zeit und Geld gibt es weitere Spielvarianten.

Ausgehend von einer aktuellen Ist-Situation entwickeln die Eltern für ihre Anliegen Lösungsideen. Sie spielen mögliche Wechselwirkungen durch und finden Umsetzungsmöglichkeiten für ihre ganz persönliche, immer wieder aufs Neue auszutarierende Familienbalance. FIB – FAMILIE IN BALANCE bietet neben einer Grundregel neun Spielvariationen an. Je nach zeitlichen und inhaltlichen Rahmenbedingungen können so Themen eingegrenzt und ausgewählt werden.

FIB zeigt Wechselwirkungen im Familiensystem auf.
FIB visualisiert zentrifugale Kräfte und Belastungsfaktoren.
FIB entschleunigt den Veränderungsprozess.
FIB erschließt Ressourcen und eröffnet Perspektiven.
FIB fördert die kommunikativen Kompetenzen der Eltern und regt zu kooperativen Lösungen an.

Das »Regensburger Familienentwicklungsmodell«

entwickelt von Eva Tillmetz, beschrieben in „Balanceakt Familiengründung“, Klett Cotta 2014

Im »Regensburger Familienentwicklungsmodell« wird die Familie mit ihren Subsystemen und zentralen angrenzenden Systemen in Lebensfeldern dargestellt. Jedes Lebensfeld repräsentiert einen Beziehungsraum – mit einer ganz besonderen Atmosphäre, eigenen Regeln und Anforderungen. Jedes Lebensfeld ist elementar wichtig, wenn die Familie in Balance kommen soll. In jedem Lebensfeld stehen Entwicklungsaufgaben und Beziehungsklärungen an:


Das »Regensburger Familienentwicklungsmodell«: Schematischer Aufbau der Lebensfelder einer Kernfamilie

Das Modell zeigt, wie vielfältiges Beziehungsmanagement Eltern leisten, um ihre Kernfamilie in Balance zu halten:

  • eine Balance zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen in den individuellen und den gemeinsamen Lebensfeldern
  • eine Balance zwischen den Erfordernissen der Arbeit und der Regeneration
  • eine Balance zwischen eigenen Ressourcen und Ressourcen aus den Unterstützungsfeldern
  • eine Balance zwischen Erwerbsarbeit und Familienarbeit
  • eine Balance zwischen mütterlichem und väterlichem Engagement
  • eine Balance zwischen Bedürfnissen der Paarbeziehung und Erfordernissen in den Elternbeziehungen

 

Noch komplexer wird das Leben in Patchworkfamilien:

Das »Regensburger Familienentwicklungsmodell«: Doppel-Patchworkfamilie – Beziehungsmanagement auf höchstem Niveau!

 

In Patchworkfamilien wächst eine neue Familie heran und die zuvor gegründete(n) Familie(n) entwickeln sich weiter, wodurch erforderlich wird:

  • eine Balance zwischen den jüngeren Eltern-Kind-Beziehungen in der zweiten Familie und den älteren Eltern-Kind-Beziehungen in der /den ersten Familie(n)
  • eine Balance zwischen der Elternkooperation in der neuen Familie und der Elternkooperation in der ersten Familie
  • eine Balance zwischen zweiter und erster Familie samt Herkunftsfamilien (z.B. bei Familienfesten)
  • ein Verabschiedung, eine Befriedung der ersten Paarbeziehung zur Entlastung und Stärkung der neuen Paarbeziehung und Familie

 

Die Logik des »Regensburger Familienentwicklungsmodells«

Für die persönlichen Lebensfelder, nämlich MEINS, MEIN BERUF und MEINE HERKUNFTSFAMILIE ist jedes Elternteil selbst verantwortlich. Da gilt es herauszufinden: Was ist mir wichtig? Was will ich? Wie möchte ich mich weiterentwickeln?

Für die gemeinsamen Lebensfelder sind beide Eltern gemeinsam zuständig: ICH&DU, FAMILIENMANAGEMENT, MUTTER-KIND-/VATER-KIND-WELT und UNTERSTÜTZUNG. Themen dieser Lebensfelder bieten spannenden Gesprächsstoff für beide. Wie wollen wir unser Kind erziehen? Womit bist du und bin ich für unser Kind Vorbild? Wo bauen wir unser Liebesnest? Wie verteilen wir den Haushalt? Wie organisieren wir Unterstützung?

In den Lebensfeldern MEIN BERUF, FAMILIENMANAGEMENT fällt vor allem Arbeit an, während die Lebensfelder MEINS und ICH&DU der Regeneration dienen.

In der Beziehung zum Kind, der MUTTER-KIND-/VATER-KIND-WELT, entsteht die Zukunft.

MEINE HERKUNFTSFAMILIE und UNTERSTÜTZUNG sind potentielle Tankstellen, die die Familie mit Energie versorgen.

Alle Lebensfelder stehen untereinander in permanenter Wechselwirkung. Im Gespräch finden die Eltern heraus, welche Bezüge zwischen den Lebensfeldern bestehen. Wie steht´s um das Verhältnis von Arbeit, Regeneration und Unterstützung? Elternteamwork ist angesagt!

FIB - das systemische Praxiskonzept

Fachartikel zum Download

Texte und Fachartikel von der Spielentwicklerin Eva Tillmetz zu FIB – FAMILIE IN BALANCE

Ressourcenorientierte Elternberatung (Erschienen in Fokus Beratung Nr. 31 / Nov. 2017)
FIB – FAMILIE IN BALANCE / Das Konzept für den SG-Praxispreis 2017
Balanceakt Familiengründung – Der größte Wandel im Leben eines Paares

Das Fachbuch zum Spiel

Theoretische Grundlagen und viele Praxisbeispiele zur Anwendung des Spiels FIB – FAMILIE IN BALANCE erhalten Sie im Fachbuch:

Eva Tillmetz, Balanceakt Familiengründung – Paare begleiten mit dem »Regensburger Familienentwicklungsmodell«

Klett-Cotta, Stuttgart. 1. Auflage 2014.
256 Seiten, broschiert, ca. 30 teils vierfarbige Abbildungen.

Leseprobe unter http://www.klett-cotta.de/media/14/9783608891430.pdf

Arbeitsmaterial zum Download unter https://www.klett-cotta.de/media/44/Buch89143_Tillmetz_Balanceakt.pdf

 

Buch von Eva Tillmetz: Balanceakt Familiengründung, Verlag Klett-Cotta
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