Rezensionen

Detlef Rüsch, Landshut

Mit einem Spiel ein anderes Leben wieder in die Familie hineinbringen und starre Denk- und Handlungsstrukturen aufweichen beziehungsweise neue Muster hineinbringen: dies passiert hier auf Lebensfeldern, die sich ausrichten nach den klassischen Bereichen Privates, Beruf, Familie und den oft vernachlässigten Bereichen Unterstützersysteme, Herkunftsfamilie, Paarebene und Kernfamilie.

Mittels verschiedener Karten werden die Weltsichten, Wünsche und Ziele ebenso deutlich wie die Prioritäten, die man im (Familien- und persönlichen) Leben setzen will. So wird im Spielverlauf immer klarer vor Augen geführt, was wieviel Raum in der Familie tatsächlich und in den einzelnen Vorstellungen einnimmt. Dadurch wird es Familien ermöglicht, sich spielerisch miteinander auseinander zu setzen und hierbei auf Entwicklungssituationen und -notwendigkeiten auf neue Weise zu reagieren. Man kann das Spiel variantenreich spielen, je nachdem, welche Punkte im Fokus stehen sollen. So kann es bezogen auf die Einfühlung, Zukunftsgestaltung, Ressourcen oder auch als Geld- und Zeitmanagement-Spiel umgesetzt werden oder auch für entsprechend thematische Seminare. Entwickelt wurde das Spiel von der Familientherapeutin (DGSF) Eva Tillmetz für ganz unterschiedliche Familien- und Beratungssituationen. Die einzelnen Karten sind mit Begriffen in sechs verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch, Türkisch) versehen und bestehen neben Personen-, Tier-, Gefühls- und Themenkarten auch aus Geld- und Zeitmarken.

Ein ausführliches, klar mit Piktogrammen versehenes Anleitungsheft enthält zahlreiche Anregungen für Veränderungen, für Gesprächsinhalte und für »In-Frage-Stellungen «. Ähnlich wie bei strukturellen Darstellungen mit Tiersymbolen oder anderen Materialien, wie man sie aus der systemischen Beratung kennt, ermöglichen es die variabel einsetzbaren Lebensfelder, Schwerpunktsetzungen vorzunehmen und im Dialog mit der Beratungsperson, seinem/r Partner/in oder auch in anderen Settings Lösungen für Anliegen zu finden. Insbesondere für Eltern in der ersten Familiengründungsphase ist es eine hervorragende Möglichkeit, die Gefühle und Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu erhellen und nicht nur den Fokus auf die Rolle als Eltern zu legen, sondern auch als Paar und Einzelperson für sich ausreichend zu sorgen. Diese Impulse helfen dann dabei, tatsächlich wieder mehr in die Balance zu kommen. Das Spiel selber ist ausgesprochen leicht umzusetzen und hilft so rasch dabei, wichtige Punkte zur Sprache zu bringen.

Es handelt sich bei »Familie in Balance« um ein ideales »Gleichgewichtsspiel« für die Arbeit von Sozialarbeitern/innen, das insbesondere zeigt, wie wieder spielerisch mehr Bewegung und Balance zugleich in die Familiensysteme hineinkommen kann. Ergänzend zum Spiel ist bei Klett-Cotta das Fachbuch »Balanceakt Familiengründung. Paare begleiten mit dem ›Regensburger Familienentwicklungsmodell‹« von Eva Tillmetz erschienen (siehe Rezension in diesem Heft).

Detlef Rüsch, Landshut
KONTEXT, Zeitschrift für Systemische Therapie und Familientherapie
Ausgabe 46,1 – April 2015

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Portrait Eva Tillmetz Eva Tillmetz, www.eva-tillmetz.de




Silvia Vater, Frankfurt

FIB besticht aus unserer bisherigen Erfahrung durch seine elegante Simplizität im Aufbau und der Selbsterklärung der angenehm warmfarbigen Lebensfelder. Arbeitet man beispielsweise nur mit den Lebensfeldern, ohne Hinzunahme der sehr eindrücklich dargestellten Bildkärtchen, geben die Lebensfeldkarten durch ihre Anordnung und Auswahl schon Aufschluss über aktuelle Prioritäten und Bedarfe. Die Coloration aller Karten ist in angenehmer Farbwahl gestaltet, eher in Pastelltönen, leise und zurückhaltend. Das Spiel erweckt Neugierde und lösungsorientierte Spannung. Durch die vielfältigen Möglichkeiten der Hinzunahme von Themen-, Emotions-, Zeit- und Geld-/ Prozentkärtchen wird das Spiel der Vielfältigkeit des systemischen Perspektivwechsels zu 100% gerecht.

Das Spiel lässt demzufolge nicht nur Wirklichkeits-, sondern auch Vergangenheits- und Zukunftskonstruktion zu. Ein weiteres Highlight stellt die Möglichkeit der gleichzeitigen Wirklichkeitskonstruktionen dar, wenn Paare gleichzeitig mit dem gleichen Equipment ihre aktuelle Lebens- und Bedarfsrealität mittels der Lebens- und beispielsweise der Emotionskarten beschreiben. Das Spiel erhält von uns im Hinblick auf entwicklungsorientierte Familien- Paar- Patchwork- & Alleinerziehende Impulsgebung die volle systemische Punktzahl!

Silvia Vater
Dipl. Päd., Lehrende für Systemische Therapie und Beratung
Frankfurt, November 2014

Systemisches Zentrum Wispo AG

Detlef Rüsch, Landshut

Mit spielerischer Leichtigkeit ins Gleichgewicht

Das systemische Familienentwicklungsspiel "FIB – Familie in Balance" von der Familientherapeutin (DGSF) Eva Tillmetz ist ein durch und durch flexibles, gut durchdachtes Spiel für ganz unterschiedliche Familien- und Beratungssituationen. Hier wird es Familien ermöglicht, sich spielerisch miteinander auseinander zu setzen und hierbei auf Entwicklungssituationen und -notwendigkeiten mal anders zu reagieren.

Man kann das Spiel variantenreich spielen, je nachdem, welche Punkte im Fokus stehen sollen. So kann es bezogen auf die Einfühlung, Zukunftsgestaltung, Ressourcen oder auch als Geld- und Zeitmanagement-Spiel umgesetzt werden oder auch für entsprechend thematische Seminare.

Das Spielmaterial selbst besteht aus Lebensfeldern (Privatbereich, Beruf, Familienmanagement, Unterstützersysteme, Herkunftsfamilie, Paarebene, Kernfamilie) in sechs verschiedenen Sprachen (deutsch, englisch, französisch, polnisch, russisch, türkisch), Personen-, Tier-, Gefühls- und Themenkarten sowie aus Geld- und Zeitmarken. Das ausführliche, klar mit Piktogrammen versehene Anleitungsheft enthält zahlreiche Anregungen für Veränderungen, für Gesprächsinhalte und für "In-Frage-Stellungen".

Ähnlich wie bei strukturellen Darstellungen mit Tiersymbolen oder anderen Materialien, wie man sie aus der systemischen Beratung kennt, ermöglichen die variabel einsetzbaren Lebensfelder es, Schwerpunktsetzungen vorzunehmen und im Dialog mit der Beratungsperson, seinem/r Partner/-in oder auch in anderen Settings Lösungen für Anliegen zu finden.

Insbesondere für Eltern in der ersten Familiengründungsphase ist es eine hervorragende Möglichkeit, die Gefühle und Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu erhellen und nicht nur den Fokus auf die Rolle als Eltern zu legen, sondern auch als Paar und Einzelperson für sich ausreichend zu sorgen. Diese Impulse helfen dann dabei tatsächlich wieder mehr in die Balance zu kommen. Das Spiel selber ist ausgesprochen leicht umzusetzen und hilft so rasch dabei, wichtige Punkte zur Sprache zu bringen.

Neben dem Spiel gibt es noch ein Fachbuch (Balanceakt Familiengründung – Paare begleiten mit dem "Regensburger Familienentwicklungsmodell", Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2014 ISBN-13: 978-3608891430, 28,95 €), welches hervorragend das "Familie in Balance"-Modell aufgreift und in ausführlicher Weise Einsatzmöglichkeiten darstellt und Fallbeispiele einbringt. Das Spiel selbst ist unter www.fib-spiel.de zum Preis von 118,- € inkl. MwSt., zzgl. 6,- € Versandkosten zu beziehen. Ein ideales "Gleichgewichtsspiel" für die Arbeit von Sozialarbeitern/-innen, das insbesondere aufzeigt, wie wieder spielerisch mehr Bewegung und Balance zugleich in die Familiensysteme hineinkommen kann!

Detlef Rüsch, Landshut
FORUM sozial 3/2015

Andrea Leuchs, Neuendettelsau

"Spiel"erisch an Herausforderungen herangehen und mit Lust Lösungen finden!

Diesen Anspruch löst das im Frühjahr erstmals aufgelegte Spiel von Eva Tillmetz, systemische Familientherapeutin und Buchautorin, ein.

Im Spiel "FIB‒FAMILIE IN BALANCE" geht es nicht ums Verlieren oder Gewinnen, sondern ums Entdecken. Paare in der Familiengründung oder in Zeiten der Veränderung. entdecken spielerisch ihre Ressourcen, können Einblick in die Gefühle und Bedürfnisse eines jeden und gewinnen Freude am jungen Familienleben oder in der Patchworkfamilie. Auch Alleinerziehenden ist es sehr gut möglich anhand dieses Spieles auf ihre Kräfte und Zeit, einen neuen Blick zu bekommen. Das Spiel zeigt auf, dass wenn Veränderung ins Leben eintritt, es einer neuen Balance bedarf.

Anhand von 10 Lebensfeldern zeigen die Partner einander ihre Weltsicht, ihre Sehnsüchte, ihre Hoffnungen; spüren, wie sie in ihrem Leben eingebunden, verbunden sind. Die Lebensfeldkarten haben eine handliche Größe, sodass sie gut einsetzbar sind und die SpielerInnen sie unter- oder übereinander schieben können. Sie können ihre Lebensbereiche optisch vergrößern bzw. verkleinern und so Ressourcen und Defizite sichtbar machen. Mit der Hinzunahme von Themenkarten, die ohne Text auskommen, können Worte dafür gefunden werden, was momentan für die SpielerInnen wichtig ist. Personenkarten stehen für die Menschen, mit denen sie in Beziehung stehen.

Ein kleiner Ausschnitt aus den vielen Spielmöglichkeiten:

Phase 1: So leben wir/lebe ich. – Hier geht es um die aktuelle Situation, welche anhand der Lebensfelder gelegt wird.

Phase 2: Davon träumen wir/träume ich – hier werden Wünsche und Lösungsideen ausgesprochen.

Phase 3: Das schaffen wir/schaffe ich! – nun gilt es realistische Veränderungen herbeizuführen.

Das Spiel enthält zudem Emotionskärtchen, die die unterschiedlichen Gefühlslagen der SpielerInnen in den verschiedenen Lebensfeldern zum Ausdruck bringen.

Für eine weitere Dimension, die Zeit, enthält das Spiel Zeitmarken, die wiederum auf die Lebensfelder verteilt werden, um deutlich zu machen, wie viel Zeit für die verschiedenen Lebensbereiche zur Verfügung steht. Wie lässt sich das Potential für Veränderung nutzen? Anhand von Geldmarken kann auch die finanzielle Seite ins Spiel mit einfließen.

Auf dem Hintergrund, dass Deutschland ein Zuwanderungsland ist, ist die Beschriftung der Lebensfelder in sechs Sprachen ‒ englisch, deutsch, französisch, polnisch, russisch und türkisch ‒ genial. "Somit erreicht das Spiel die Eröffnung eines emotionalen Kommunikationsraums, in dem sowohl die Lebensweise als auch die Werte der Herkunftsfamilien zur Sprache kommen" (Tillmetz, Eva: Balanceakt Familiengründung. Paare begleiten mit dem »Regensburger Familienentwicklungsmodell«, Klett-Cotta-Verlag. Stuttgart 2014).

Das Spiel kann in der Vor- und Nachbereitung von Sitzungen sowie in der Supervision als Reflexionsfolie genutzt werden, um zu überprüfen, ob alle wesentlichen Lebensbereiche angemessen berücksichtigt werden.

Eva Tillmetz greift mit "FIB", das von ihr ins Leben gerufene »Regensburger Familienentwicklungsmodell« auf und erweitert es dadurch. Es ist ein Lern- und Lebensspiel für die Elternbildung, Paarberatung und Familientherapie.

Viele Menschen lassen sich gerne auf ein Spiel ein, ist es doch etwas, woran sie sich erinnern und was mit Wohlfühlen und Gemeinschaftsgefühl verankert ist. Im Spiel fällt es ihnen leichter, sich auszudrücken. Die Entwicklerin dieses Spieles hat so Problemthemen zu Spielthemen gemacht, womit Leichtigkeit in den Beratungsalltag kommt.

Ich selbst konnte mich von der Genialität des Spiels überzeugen und betrachte es als gelungene Anschaffung für meine Praxis. Meiner Meinung nach besteht ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zu beziehen ist das Spiel über www.fib-spiel.de.

Andrea Leuchs
Systemische Familientherapeutin
Neuendettelsau, November 2014

www.andrea-leuchs.de

Mathias Berg, Köln

FIB begeistert vor allem durch seine gute Aufmachung und die Offenheit in der Anwendung des Materials

Erster Eindruck:
Das >Spiel< Familie in Balance (FIB) wird in einer kleinen Schachtel ähnlich anderen Gesellschaftsspielen geliefert, ist schön illustriert und wirkt äußerlich gut gestaltet. Die Spielanleitung ist übersichtlich gehalten und das Material kommt insgesamt sehr ansprechend daher. Schon ohne das Durchsehen der Anleitung fallen mir Ideen ein, wie ich das Material in einer Paartherapie frei nutzen könnte. Dies spricht zunächst einmal für FIB.

Nähere Beschäftigung:
Zur Spielidee: Frau Tillmetz (Theologin und systemische (Lehr-)Therapeutin/DGSF) und die Macher von FIB vergleichen das Familienleben mit "einer bunten Beziehungslandschaft, die sich aus Lebensfeldern zusammensetzt und immer wieder neue Formen annimmt" (Spielanleitung, S.4). Diese Lebensfelder der Familie oder des Paares werden bei FIB dann im Weiteren mit Karten für Personen, Themen und Gefühle bestückt, "die all das symbolisieren, was die Familie beschäftigt und worin ihre Ressourcen liegen. (…) Zunächst ernste Themen können so spielerisch, kreativ und mit Humor angegangen werden" (ebd.). Bei FIB gibt es mehrere Spielvarianten, allein zehn sind in der Spielanleitung vorgestellt und es sind darüber hinaus weitere Möglichkeiten denkbar. Die verschiedenen Varianten unterscheiden sich nicht nur in Themen (z.B. "Gefühlswelten" oder "Kohle hin – Kohle her"), sondern auch in unterschiedlichen Settingvorschlägen (vom Paar alleine bis zur moderierten Elterngruppe oder einem Elternteil im Einzelsetting mit dem Therapeuten). FIB ist vorrangig für Eltern in den "ersten Familienjahren" konzipiert, aber laut Autorin auch noch in späteren Familienphasen noch gewinnbringend einsetzbar.

Das Material:
Das Material hält bei näherer Betrachtung, was der erste Eindruck verspricht. Es gibt jede Menge Personenkärtchen, mit vielfältigen, mehr oder weniger zu den Klienten passenden Motiven, sogenannte Grundthemenkärtchen (mit Bilden zu Abschied, Auszeit, Erotik, Haushalt, Kinderbetreuung etc.) und Vertiefungsthemenkärtchen (z.B. zu Familienfeste, Krankheit, Religion, Vertrauen). Die Gefühlskarten werden durch unterschiedliche Smileys dargestellt und im Weiteren gibt es zu den Themen Geld und Zeit runde Marken, die bei verschiedenen Spielvarianten zum Einsatz kommen (z.B. Zeitmanagement / Geldmanagement). Alle Karten sind liebevoll bebildert und aus stabilem Karton. Richtig gut sind die etwa A5 großen Lebensfelder (‚Meins', ‚Mein Beruf', ‚Ich & Du' oder ‚Meine Herkunftsfamilie' etc.), die nicht nur für jeden Partner enthalten sind, sondern auch eine Patchworklandschaft zu legen erlauben. Insgesamt zehn verschiedene Lebensfelder in Deutsch und sechs weiteren Sprachen (u.a. Türkisch und Polnisch) visualisieren so, die groben Lebensbereiche von Eltern. Auch die Spielanleitung ist schön gestaltet, mit einigen Erklärungen und eher kurzer Darstellung der Spielvarianten, die nach Einschätzung des Rezensenten Einschätzung eher Impulse für den Therapeuten geben sollen, anstatt vorab alle "Spielregeln" festzulegen.

Der (systemische) Hintergrund:
FIB entspringt einem Konzept, dass von der Autorin als "Regensburger Familienentwicklungsmodell" bezeichnet wird. Hierzu hat Frau Tillmetz auch ein Buch veröffentlicht (Balanceakt Familiengründung. Tillmetz, 2014). Was es damit genau auf sich hat, geht aus der Spielanleitung nicht hervor, jedoch kann FIB, nach Ansicht des Rezensenten, auch ohne tiefere Beschäftigung mit diesem Modell angewendet werden. Ob das Spiel damit per se zu einem systemischen Tool wird, kann nicht festgestellt werden. Zumindest lässt sich das Material auch ohne Vorgabe im besten Sinne systemisch anwenden.

Fazit:
FIB begeistert mich vor allem durch seine gute Aufmachung und die Offenheit in der Anwendung des Materials. Die Lebensfelder kamen schon mehrfach, auch ohne Zusammenhang zu einer vorgeschlagenen Spielidee, im Therapieraum des Rezensenten zum Einsatz. Sie dienen als einfache Visualisierungsmöglichkeit von Teillebensbereichen eines Paares mit Kindern und können helfen (Beziehungs-)Themen neu zu ordnen. Meine Erfahrung mit einigen der Spielvarianten ist, dass diese vor allem zu "jungen Eltern", also Paaren, die gerade ein Kind bekommen haben oder in dieser Phase stecken, passen. Die Sortier- und Visualisierungsfunktion von FIB kommt hier bestens zur Entfaltung. Auch mit Patchworkfamilien in komplexeren Familienkonstellationen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Neben den Lebensfeldern spielen in beiden Fällen u.a. der Umgang mit Zeit, Geld, den eigenen Bedürfnissen, den Bedürfnissen des Anderen sowie den Bedürfnissen der Kinder/der Kindes, als auch die Paarebene oder die Herkunftsfamilie(n) eine große Rolle. Hierfür liefert FIB eine gelungene Vorlage, um (wieder) in einen Dialog zu kommen und sich über (evtl. gemeinsame) Ziele bewusst zu werden. Vom groben Ablauf kann das Spiel ähnlich wie andere systemisch-symbolische Interventionen (z.B. Familienbrett) genutzt werden:

1. Darstellen was gerade ist (Ist-Situation)

2. Darstellen wie es ideal wäre (Wunsch-Situation) und

3. Darstellen was umgesetzt werden kann/wie es bereits besser wäre (Lösungs-Situation/Umsetzungsideen finden).

Wie bei anderen verwandten Methoden auch, braucht FIB die Aufgeschlossenheit der Eltern für solch eine "Spiel-Intervention", die wie beim Spielen schnell klar wird, stark auf öffnenden Dialog setzt. Im Rahmen der Erziehungs- und Familienberatung, in der FIB vom Rezensenten ausprobiert wurde, fiel auf, dass sich eher wenige Beratungen dazu eigenen, das Spiel in einer seiner Varianten zu spielen. Zu häufig scheinen Eltern mit Ihren Anliegen vermeintlich weniger dialogorientiert zu sein, sondern sich mit Ihrem (Ex-)Partner eher pragmatisch einigen zu wollen –wenn überhaupt–. Eher selten kam es daher in den letzten Monaten zum Kontrakt einer (klassischen) Paartherapie (zugegeben: nicht originärer Auftrag von Erziehungsberatungsstellen) oder zur Neu- bzw. Erstjustierung der Elternrolle in Beratungen. Dennoch lässt sich, wie beschrieben, das Material von FIB auch in anderen Elternberatungen ohne Spielkonzept gewinnbringend kreativ nutzen. Dies scheint von den Machern auch so intendiert zu sein. Weiterhin fällt mir auf, dass das Spiel, wie auch in der Anleitung angekündigt, stark auf Eltern abzielt. Die direkte Perspektive der Kinder wird eher vernachlässig. Dies macht es jedoch nicht automatisch unbrauchbar für das Familiensetting (was meiner therapeutischen Praxis häufiger vorkommt). So können mit etwas Kreativität z.B. Moderationskarten für die Lebensfelder der Kinder "gebastelt" werden und einzelne Spielvarianten abgewandelt werden. Insgesamt eine sehr schön gestaltete Ergänzung des schon reichen Fundus an systemisch-familienbezogenen Interventionen, die sich sicherlich in anderen sozialen Arbeitsfeldern, wie z.B. der Familienbildung, mit noch größerem Gewinn einsetzen lässt.

Mathias Berg
Clinical Social Worker M.A., Diplom-Sozialpädagoge
Köln, November 2014

Kölner Institut für Systemische Beratung und Therapie